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Einführung

Der Raspberry Pi hat mit dem Pixel-Desktop nun eine Oberfläche verpasst bekommen, die dem Nutzer eine recht bekannte Desktop-Umgebung bietet und sich einfach bedienen lässt.

Mir persönlich gefallen die bunten Icons und die helle, leicht Metro-artige Oberfläche ganz gut. Allerdings macht man sich es damit ja auch schon sehr einfach. Mir hat der minimale Ansatz von Openbox schon immer gefallen, besonders wie er von Bunsenlabs-Linux gedacht und umgesetzt wird.

Da beides auf Debian Jessie aufbaut, stellte sich die Frage, wie einfach man Bunsenlabs auf den Raspberry Pi bekommt. Und vor allem, wie benutzbar es dann ist. Der Ansatz von Bunsenlabs war schon immer möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen und schnell zu sein (auch auf älterer Hardware), praktisch wie gemacht für die doch recht limitierte Kraft des Pi.

Ende vom Lied: Es funktioniert und ich gehe nicht mehr zurück. Brauche ich einen Pi mit Desktopumgebung, folge ich diesem Setup-Guide:

Anleitung

Wir starten mit einer frischen Raspbian Lite Installation. Downloaden, entpacken, SD-Karte beschreiben mit:

daniel@tritium:~ $ dd bs=4M if=/home/daniel/Downloads/2018-08-15-raspbian-stretch-lite.img of=/dev/sdb

Anschließend in den Pi stecken und starten. Standardzugangsdaten sind Username pi mit dem Passwort raspberry. Das sollte man auch mit als ersten Schritt ändern:

pi@raspberrypi:~ $ sudo passwd
[sudo] Passwort für pi: 
Geben Sie ein neues UNIX-Passwort ein: 
Geben Sie das neue UNIX-Passwort erneut ein:
...

Wir brauchen eine funktionierende Internetverbindung für die weitere Installation, daher entweder ein LAN-Kabel anschließen oder über raspi-config das Wifi einrichten.

Man kann auch wpa_supplicant direkt konfigurieren:

pi@raspberrypi:~ $ sudo nano /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Am Ende der Datei einfach eine neue Netzwerkverbindung anlegen.

country=DE
network={
        ssid="NETWORKSSID"
        psk="NETWORKPASSWORD"
}

Ohne country-Flag geht es nicht, es kann aber sein, dass es bereits in der Datei steht. Nach dem Neustart sollte sich der Pi nun mit dem Netzwerk verbinden.

Weiter geht es mit der Repository-Installation, wie auf der Bunsenlabs Website beschrieben:

pi@raspberrypi:~ $ echo "deb http://pkg.bunsenlabs.org/debian helium main" | sudo tee -a /etc/apt/sources.list.d/bunsen.list
pi@raspberrypi:~ $ echo "deb http://pkg.bunsenlabs.org/debian stretch-backports main" | sudo tee -a /etc/apt/sources.list.d/bunsen.list
pi@raspberrypi:~ $ cat /etc/apt/sources.list.d/bunsen.list

Der letzte Befehl sollte die beiden Quellen erneut auf der Kommandozeile ausgeben. Sollte dies nicht def Fall sein, bitte die vorherigen Schritte wiederholen. Fehlermeldungen sollten insgesamt ausbleiben.

Fehlt noch der Signatur-Schlüssel. Dazu zunächst das bunsen-keyring Paket herunterladen. Da wir die Helium-Variante von Bunsenlabs installieren, einfach hier auf den all-Link bei Architecture klicken: bunsen-keyring Helium Anschließend installieren mit:

pi@raspberrypi:~ $ sudo dpkg -i bunsen-keyring_2016.7.2-2_all.deb
pi@raspberrypi:~ $ sudo apt-get update

Anschließend installiert man eine relativ umfangreiche Paketliste:

pi@raspberrypi:~ $ sudo apt-get install bunsen-common bunsen-configs bunsen-conky bunsen-exit bunsen-faenza-icon-theme bunsen-fortune bunsen-images bunsen-keyring bunsen-meta-ssh  bunsen-openbox bunsen-paper-icon-theme bunsen-pipemenus bunsen-themes  bunsen-thunar bunsen-utilities thunar terminator lxappearance obmenu dmenu xfce4-notifyd geany fonts-noto thunar-archive-plugin gvfs gvfs-fuse gvfs-backends mirage evince chromium-browser

Darin enthalten ist alles, was den Bunsenlabs Desktop in Minimalausstattung ausmacht. Openbox als Window Manager, Hintergrundbilder, Thunar Filenamanager, der Chromium-Browser und diverse Config-Dateien.

Zur Steuerung des Aussehens kommen lxappearance und obmenu dazu, demnu als Programmstarter, terminator als Shell der Wahl, die wunderbaren Noto-Fonts (die in Bunsenlabs standardmäßig Verwendung finden) und noch ein schlanken Bildbetrachter (mirage) und einen ebenso schlanken PDF-Reader (evince), sowie hübsche XFCE-Notifications. Geany als IDE, die auch recht flott mit dem Pi performt.

Da ohne xrdb der XServer nicht startet, hier gleich noch das fehlende Paket dazu:

pi@raspberrypi:~ $ sudo apt-get install x11-xserver-utils

Nach einem Neustart wird man nun bereits von der Bunsenlabs Variante von lightdm begrüßt. Der Desktop an sich sieht dann ungefähr so aus:

Bunsenlabs Pi Desktop 2018


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